Gefangen in der Zufallsspirale

Heute stell ich hier mal meinen ersten Artikel rein, der auf http://www.idealisten.de veröffentlicht wurde :). Auf der Seite gibt es echt coole Beiträge und wenn man ein gutes Thema in einem Text verbraten hat, der in eine der aufgeführten Kategorien passt, kann man ihn „einreichen“ und nach kleinen Überarbeitungen (meiner wurde z.B. etwas gekürzt) kann er dann für alle lesbar gemacht werden :). Tada:

Wir leben in einer Zeit, in der die meisten Menschen nur glauben, was wissenschaftlich bewiesen ist. In einer Zeit, in der alle neuen Erkenntnisse, offen gelegte Geheim- und Verschwörungstheorien gierig aufgesogen werden. Man ist auf der Suche und nimmt das, was man persönlich am besten hinterlegt findet, als eigene Meinung an. Man sehnt sich nach Erweiterung seines Horizontes. Gott wird in den meisten Fällen aber von vornherein abgelehnt. Stattdessen glauben wir lieber an den Zufall.

Urknalltheorie als Wunder?

Die aufgeklärte moderne Gesellschaft, ist auf der Evolutionslehre aufgebaut. Als im Religionsunterricht das Thema „Wunder“ besprochen wurde, kamen einige aus meinem Jahrgang darauf, dass es ja ein Wunder sei, dass die Erde in ihrer ganzen Schönheit durch Zufall entstanden sei. Und so denken viele! Wissenschaftsbasierte Menschen glauben daran, dass der Zufall ein Genie ist, während sie selbstbestimmt in ihrer Welt agieren.

Ich könnte nicht aus dem Staunen herauskommen darüber, dass durch biologisch-chemische Prozesse und eine Aneinanderreihung vieler unerklärlicher Zufälle ein Wesen entstanden ist, das die komplette Welt aus den Angeln hebt, das sich durch Zufall so weit entwickelt hat, das seine Umwelt zerstört und somit auch nicht wohlüberlegt genug handelt, um seine eigene Existenz langfristig zu sichern. Beeindruckend ist auch der Gedanke, dass die Seele, das Fühlen, der Wille zum Leben, aber auch das An-Seine-Grenzen-Kommens zufällig durch die Elemente entstanden ist. Nur – wen oder was bestaune ich da?! Die Elemente? Die Reaktionen, die abliefen, als mein ältester Vorfahre entstand? Das ist schon etwas absurd.

Der Reiz des Verborgenen

Also bleibt mir nur noch der Zufall, den ich bestaunen kann, von dem ich aber nichts Genaues weiß. Doch genau das reizt uns Menschen ja so: verborgene Wahrheiten entdecken, das Unnahbare nahbar machen. Und da man Gott meist von vornherein beiseite lässt, kann man ja nicht auf diesem Fundament weiter bauen. Wozu also noch Beweisansätzen oder Hinweisen auf eine Schöpfung nachgehen? Das würde natürlich Einiges ins Wanken bringen.

Der Mensch als Zufallsprodukt?

Der Glaube an die Evolutionslehre zieht logischerweise nach sich, dass der Mensch ebenfalls ein Produkt des Zufalls ist. Doch wer gibt uns dann einen bleibenden Wert? Unsere Fähigkeiten, unsere Freunde, unsere eigene Anerkennung und unser Selbstbewusstsein? Was ist, wenn diese nicht mehr sind? Hat dann ein Mensch überhaupt keinen Wert?

Schöpfungslehre als Wertzuschreibung?

Jeder Mensch sehnt sich nach Wert und Anerkennung. Oft wird gesagt, dass Menschen, die die Evolutionslehre verwerfen und der Schöpfungslehre glauben, diese Anerkennung und Liebe eben nicht bekommen und deswegen auf diesem Wege danach suchen. Beachten sollte man aber Folgendes: Die Anerkennung und die Liebe, die ein Mensch bei Gott bekommt sind konstante Größen, die sich nie ändern. Denn ein Mensch, der an diese Lehre glaubt, kann immer die Gewissheit haben, dass sich sein Wert in Gottes Augen nicht verändert, egal, was passiert. Egal, ob seine Fähigkeiten versagen, ob seine Mitmenschen ihn nicht wertschätzen oder er sich selbst aufgrund seiner Schwächen nicht annehmen kann.

Verantwortungs- und wertlos?

Ein weiterer Gedanke: Ist der Mensch ein Zufallsprodukt, ist er allein dem Zufall verantwortlich und keiner höheren Instanz Rechenschaft schuldig. Er kann also leben, wie er will, ungeachtet der Folgen. Was ihn dazu treibt, ist sein Egoismus. Was ihn davon abhält ist sein Gewissen, diese ominöse Größe, die der Zufall scheinbar zum Eigenschutz und Schutz der Erde eingebaut hat. Denn scheinbar muss er ja doch so Einiges berechnet haben.

Ein berechnender Zufall, der sich die Elemente zum Werkzeug macht, Wesen erschafft, die sich selbst organisieren können und doch abhängig von Dingen wie dem Wetter sind? Diesem den Titel „Gott“ zu geben, scheint für uns Menschen oft eine Demütigung zu bedeuten. Außerdem müssten wir uns ja in unserem Handeln verantworten, könnten nicht mehr selbst festlegen, was gut ist und was böse. Doch genau das mussten wir doch festlegen, um uns vor der eigenen Unberechenbarkeit, dem Egoismus und dem Wesen unserer eigenen Art zu schützen. Einst hoch angelegte Messlatten der Wert- und Moralvorstellungen können immer weiter nach unten verlegt werden – Raum dafür ist noch genug, denn der Mensch ist ja sein eigener Herr.

Wir werden uns selbst immer gefährlicher

Dass wir uns aber bei zunehmender „Freiheit“ und dem Durchsetzen unseres eigenen Willens langsam selbst immer gefährlicher werden, wird uns nur langsam bewusst. Fortschritt und Entwicklung sind die Zauberworte: Wir meinen, unsere Fähigkeiten noch lange nicht ausgeschöpft zu haben, während um uns herum die Fassade bröckelt. Statt uns auf eine höhere Instanz einzulassen, mit ihr zusammenzuarbeiten und ihren Maßstäben zu folgen, vertrauen wir lieber unseren eigenen Fähigkeiten.

Was am Ende bleibt

Als Kind des Zufalls wird man sein Leben lang nach Erfüllung und Sinn suchen und dabei im Teufelskreis des Zufalls bleiben. Man die Erfüllung in Spaß, Bildung, Liebe oder Reichtum. Am Ende bleibt doch der Mensch zurück mit der Leere, die er nie ganz füllen kann. Er stirbt und der Windhauch des Zufalls bläst die Erinnerung an ihn weg. Neue Generationen kommen und gehen. Bis der Zufall sich in seinem eigenen Netz verfängt und die Menschen erkennen, was sie gesucht haben…

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