Keine Ahnung, ich glaube ja.

Wenn der regelmäßige Kirchgänger am Vormittag des 31. März einen Blick in die Lutherkirchgemeinde Chemnitz geworfen hat, bot sich ihm nicht gerade das Bild einer vollen Kirche. Die Kirche im Stadtteil Bernsdorf ist sonst meist gut besucht, doch an diesem Samstag wurden speziell die Mitglieder der Chemnitzer Gemeinden angesprochen, die den Wunsch hegen, in dieser Stadt mit vielfältiger geschichtlicher Vergangenheit Menschen zu Jesus zu führen.

Zu diesem Zweck kam extra ProChrist-Leiter und Redner Ulrich Parzany aus Kassel angereist. In seiner Predigt, welche viel mehr als Impulsreferat dienen sollte, sprach er die Basis der Aktion an: Gott kennen. Im anschließenden Straßeneinsatz- und Workshopteil sollte die Tageskonferenz fortgesetzt werden. Parzanys wichtigste Aussagen können sicher nicht nur Bewohnern der sächsischen Stadt, sondern auch vielen anderen weiterhelfen.


Warum Obama mir nichts bringt

„Kennen Sie Barack Obama?“ Klar. Und doch bringt es mich nicht weiter. Das bloße Wissen über die Existenz einer Person hat grundsätzlich keine Auswirkungen auf mein Leben. Wie ist das mit Gott? Viele Christen erwecken den Eindruck, zu wissen, dass es Gott gibt – genau in der fehlenden Intensität, wie sie Obama kennen.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Doch kann ein Mensch, der doch nur menschlich denken kann, überhaupt Gott kennen? Wissen, dass es ihn gibt? „Du sollst dir kein Bild von mir machen.“ – so seine Rede. Denn die Vorstellung des Menschen, wie Gott ist – nämlich via negativa, mit überhöhten guten menschlichen Eigenschaften – sie ist nur stückhaftes Wissen.
Neben den Atheisten, die ihren Glauben, dass es Gott nicht gibt, vehement vertreten, gibt es auch zunehmend Agnostiker. Für sie gibt es schlichtweg keinen Grund, sich mit der Frage nach Gott auseinanderzusetzen – beweisen kann man ihn eh nicht. Und dieser Standpunkt ist gar nicht so leicht von der Hand zu weisen.

Erst glauben, dann erkennen

In Johannes 6 erfahren die Jünger, wie Jesus von vielen seiner Anhänger verlassen wird. Der Grund: seine Worte waren zu viel für ihren Glauben. Sein Blut trinken, seinen Leib essen? Wie sollte das schon gemeint sein?
Jesus stellte daraufhin seine Jünger vor die Frage, ob sie auch gehen würden. Sie blieben. Und als Antwort gibt Petrus an dieser Stelle ein entscheidendes Geheimnis preis: „Wir glauben und haben erkannt, dass du von Gott kommst und zu Gott gehörst.“ (Joh.6,69)
Der Mensch denkt meist nach folgendem Schema: solange ich etwas wissen kann, verlasse ich mich darauf und was mein Denken und Wissen übersteigt und ich nur vage vermuten kann, das glaube ich. Petrus dagegen sagt hier etwas Essentielles: Wenn ich glaube, dann stellt sich in der Folge daraus ein Erkenntnis ein. Ich kann nicht erwarten, zu
erkennen, wenn ich nicht erst glaube.

Das einstürzende Kirchendach

In der Naturwissenschaft gibt es Annahmen und Hypothesen. Werden diese experimentell oder empirisch bestätigt, werden die Annahmen als wahr angenommen. Gehe ich in eine alte Kirche, deren Gemäuer schon lange stehen und halte mich darin auf, ohne Angst zu haben, dass sie zusammenstürzt – dann habe ich Glauben. Und dieser Glaube wird mit der Erkenntnis bestätigt, dass die Decke hält und gehalten hat, wenn ich später unbeschadet aus dem Gebäude trete.

Zwei Dinge muss man selbst erleben: Liebe und Tod

Solange man lebt, sterben nur die Anderen. Ich kann nicht einfach ausprobieren, wie es ist, zu sterben. Die Ahnung, dass ich nicht unsterblich bin, stellt sich durch Schwächen auf dem Lebensweg langsam, aber sicher ein. Doch nur, weil jemand Anderes stirbt, habe ich nicht diese Erfahrung gemacht und eine Erkenntnis daraus gezogen.
Ich kann Erkenntnisse über Hypothesen auf der Basis von Dingen auch von Anderen machen lassen. Aber nicht, was Beziehungen betrifft. Ich kann nicht einen Detektiv bitten,
herauszufinden, ob mein Freund mich liebt. Das geht nur zwischen mir und ihm zu klären.
Genau so ist es unmöglich, Gott zu kennen, indem ich sage, jemand Anderes solle ihn für mich kennen lernen.

Das Experiment wagen

Gott kennen lernen geht nur durch einen Vorschuss an Glauben, ein Zugeständnis an unverdientem Vertrauen, ein Erkennen in der Praxis als Folge. Und als Unterstützung für diesen Weg des Risikos und der neuen Erfahrungen gibt es die Möglichkeit, mit Gott zu reden, zu lesen, was er Menschen in der Bibel aufschreiben ließ und praktisch
umzusetzen, was das Vertrauen in Jesus bewirkt.

www.gottkennenchemnitz.de
http://www.missionsring.de/
http://www.prochrist.org

La piccola fiore

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s