Wie du weniger verpasst, indem du Zeit investierst

Ich habe heute gelesen, dass man Erlebnisse und Dinge mehr schätzt, wenn man weiß, dass sie bald zu Ende oder nicht mehr verfügbar sind. Also zum Beispiel, dass man die letzten Pralinen in einer Schachtel mehr schätzt, als die ersten. Oder dass man während einem Urlaub bei der Familie kurz vor der Abreise realisiert, wie schön es doch eigentlich ist bzw. vorwiegend war. Ich hatte das Thema Schnelllebigkeit (Was für ein Wort =D) ja schon mehrfach in meinem Blog angesprochen. Trotzdem ein paar neue Gedanken dazu.

Mein Kalender = mein Leben?

In unserer Gesellschaft führen viele Leute einen vollen Terminkalender. Vollgekritzelt, abgehakt und durchgestrichen. So sieht unsere Zeit aus, die wir verbringen. Ganz sachlich betrachtet, könnten wir unser Leben mit 20 oder in welchem Alter auch immer, quasi auf ein Bündel erfüllter To-Do-Listen runter rechnen. Das ist für mich keine schöne Vorstellung, auch wenn ich gerne mal einfach funktionieren und produktiv sein möchte (ich sage nur: Sommerloch während der Unizeit, wo man evtl.(!) mal abgesehen von Hausarbeiten kaum produktiv ist).

Langsamer Leben = verschwendete Zeit?

Dass lang-samer Leben für mich zu einem besonderen Schatz – zumindest theoretisch- geworden ist, kommt ,denk ich, in vorherigen Blogeinträgen schon heraus. Langsam leben beinhaltet das Wort „lang“ und bedeutet für mich, den Augenblick länger wahrzunehmen. Zum Einen holt man sich selbst aus der Geschäftigkeit ein Stück weit von der Schnellspurbahn und geht ein Stück zu Fuß. Zum Anderen geht man das Risiko ein, dass der Augenblick in dem Sinne auch länger dauert, dass er womöglich zu mehreren Augenblicken wird.

Mehr als gewohnt = Zeitrisiko?

Nehmen wir mal an, du triffst dich mit einem guten Freund/in, um ihm was Geliehenes zurück zu geben. Du könntest einfach kurz klingeln, Hallo sagen, das tun, wozu du gekommen bist und dann wieder gehen. Oder du „riskierst“ einen weiteren Augenblick und somit auch Blick, indem du dich der Sache voll zuwendest. Um etwas anzuschauen, musst du Anderes ausblenden und kannst nicht während du 3 Minuten Small Talk betreibst nebenbei am Smartphone rumfriemeln. Du kannst dir sicher noch viele andere Situationen vorstellen, wo ein 2. Blick und Augenblick einfach gut sein kann. Sei einfach neugierig und aufmerksam, wo du so was entdecken kannst.
Was ich auch als klassisches Beispiel gut finde, ist- bewusst zu essen. Essen in seinem Geschmack, seiner Konsistenz aufzunehmen, und auch in der Mühe, die sich jemand dafür gemacht hat und in den Farben und Gerüchen, die es inne hat. Das Auge isst mit, aber ich merke auch bei mir, dass ich manchmal erst nach dem Essen an so was denke. Oder erst, wenn ich selbst gekocht habe und weiß, wie viel „Arbeit“ (wenn auch Spaß) darin steckt. Oder sich mal seine Klamotten genauer anzuschauen und Schönheit einfach bewusster wahrzunehmen.

Nach-Denken = Zukunftsbremse?

Für mich gehört zum langsameren Leben neben dem 2. (Augen-) Blick auch das Nachdenken. Gerade einer dynamischen Person mitten im Leben kann das manchmal gegen den Strich gehen. Besinnliche Zeiten, davon spricht man vielleicht zu Weihnachten – aber im Alltag?!
Dabei machen wir uns doch auch Gedanken – viele davon drehen sich um die Zukunft, vielleicht um Sorgen und Ausschmückungen, wie etwas wohl sein wird. Mir ist am Wort „nachdenken“ aufgefallen, dass darin der Teil „nach“ steckt. Wenn wir in unserem Leben vermissen, dass wir die Augenblicke irgendwie halten können oder Eindrücke und Erlebnisse nicht Eins nach dem Anderen vergessen, dann ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen. Ich merke manchmal, dass ich auf Ausflügen ständig den Finger am Auslöser meiner Kamera hab, und im Nachhinein beim Anschauen der Bilder bereue, dass ich mich nicht mehr vor Ort umgesehen habe. Ich habe einen Film geschaut, der mich eigentlich irgendwie aufgewühlt hat, aber durch den ganzen Konsum, den ich danach zulasse, bringt mir der Impuls nichts, weil ich ihn nicht tiefer an mich ran lasse. Also hat Nach-Denken was mit Nachbearbeiten und Sackenlassen zu tun. Außerdem aktiviert mich das Nachdenken, weil ich mir etwas für die Zukunft mitnehme.

Kurz gesagt:

Was du also aus dem Beitrag mitnehmen kannst, wenn du willst: ein 2. Blick erfordert meist einen weiteren Augenblick, der sich aber lohnt. Nach-Denken intensiviert unsere Wahrnehmung und Verarbeitung von Erlebtem und Informationen und ist sinnvoller als unnötige Zukunftssorgen. Somit ist es einfach ein Um-Denken von Vorn nach Hinten. Und das Nach-Hinten-Denken hilft wiederum dabei, Wichtiges nicht einfach zu verpassen und Impulse für eben die Zeit, die vor uns liegt, gut zu verwerten.

La piccola fiore ♥

—-

Noch ein Wort zu den Kategorien – ich hab die eingerichtet, um den Überblick über die Themen, wenn man’s so nennen kann, etwas zu vereinfachen. D.h.dass man von vornherein sieht, ob das Thema von meiner eigentlichen Blogroutine abweicht. Das soll in Zukunft ja einmal der Buchblog ANNgelesen sein und zum Anderen ANNgetippt, wo ich euch Events vorstellen möchte. Damit das aber nicht ins Uferlose hinaus wächst, werde ich es erst mal bei diesen zwei Kategorien neben der allgemeinen Kategorie belassen. Falls ich irgendwann mal auf den Gedanken kommen sollte, Rezepte o.ä.vorzustellen, kommt vielleicht noch was in der Richtung dazu.
Danke an meine Leser und für Feedback! :*

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