Mogelpackung – drin, was draufsteht?

Es gibt ja so tolle wiederauffüllbare Verpackungen von z.B. Seife und ähnlichem Zeug. Eigentlich soll man da wohl genau das selbe einfüllen, das auch vorher drin war und was drauf steht. Aber womöglich kauft man sich dann etwas günstigeres und bedient sich weiterhin der schicken Verpackung. Auch bei Flaschen bietet sich das an. Es gibt ja Leute, die kaufen sich Teeständig die teuren Markengetränke und es ist wirklich drin, was drauf steht. Mir ist das ehrlich gesagt zu teuer, deshalb fülle ich mir oft Tee oder Wasser in die alten Markenflaschen.

Sind wir Menschen auch manchmal solche Mogelpackungen? Wir sagen vielleicht, dass wir Christen sind und unsere Verpackung – regelmäßige Gottesdienstbesuche, geschlossene Augen beim Tischgebet – geben vielleicht ihr „ja“ dazu. Aber wie sieht es in uns aus?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es ein Leben gibt als Mogelpackung, ohne gleich der bewusste Heuchler zu sein. Man kann sich nämlich selbst ganz schön in die Tasche – oder Verpackung – lügen. Es kann uns glauben machen, dass wir Jesus nachfolgen, wenn wir regelmäßig Predigten hören. Wir können denken, wir wären ein besserer Mensch, weil wir anderen den Fahrstuhl aufhalten. Oder weil wir Dinge unterlassen, niemanden anpöbeln etc.

Aber irgendwie erinnert mich das an das Gleichnis mit dem Zöllner und dem Pharisäer. Der Geistliche und der weltliche Geldeintreiber, beide gingen zum Tempel um zu beten und nur einer von ihnen war wirklich echt. Der, der auf sein Leben geachtet hat, der sich gut gekleidet hat, zu den Versammlungen ging, der seine Almosen gab? Oder der, der den Leuten das Geld aus der Tasche zog und krumme Geschäfte abschloss?

Nun ja. Vermutlich hätte man auf den ersten getippt. Aber es gibt einen dezenten Unterschied, der in diesem Vergleich alles entscheidet: Gott liebt Demut und er hasst Selbstgerechtigkeit. Der Geistliche, der sich selbst als so hoch ansah, er ist eine perfekte Mogelpackung, denn er merkt nicht, wie sein Stolz alles zunichte macht, was seinen Glauben ausmachen soll. Der Mensch ist Sünder und wird allein durch Glauben und Gnade gerechtfertigt. Würde er sich durch seine Taten selbst erretten können, würde das Jesu‘ Tod und Auferstehung geradezu verspotten. Und ehrlich, tun wir das nicht indirekt oder direkt des Öfteren?Innenblick

Ich wünsche mir – und dir – dass wir wieder lernen, demütig zu sein und uns nicht darin zu suhlen, dass wir etwas „Gutes“ getan haben. Es ist wie in dem umgekehrten Königreich Gottes überhaupt: unser Input ist Gottes Liebe, unser Output das Wesen, das wir entwickeln, das den guten Willen Gottes tut. Und das beinhaltet Demut, denn Gottes Logik ist nicht umgekehrt.

 

# Manna vom 22.05.13, auch auf www.modobonum.de

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