MANNA: Milch und Morgenroutine

 

In der westlichen Welt kennen wir etwas wohl ziemlich gut: das Gefühl, zu viel Auswahl zu haben. Zumindest in einigen Lebensbereichen wie Ausbildung oder Käsetheke kann man echt nicht meckern. Da gibt es zwar manche Einschränkungen, aber dennoch ist das Feld, das sich einem eröffnet, sehr groß.

Wie trifft man da seine Entscheidungen? Klar, den Beruf wechselt man normalerweise nicht ständig. Aber es gibt ja auch alltägliche Entscheidungen, die man immer wieder neu überdenken muss. Oder eben nicht. Manche Tätigkeiten tut man schon so aus der Gewohnheit heraus, dass man sich über die Entscheidungen, die ihnen zugrunde liegen, kaum noch Gedanken macht.

 

Hast du eine Routine, nach der du deinen Tag beginnst oder beendest? Mir ist aufgefallen, dass es viel ausmacht, ob die Routine mich beherrscht oder ob ich über sie bestimme. Es gibt routiniertes Verhalten, das uns von unserer eigentlichen Bestimmung und den guten Möglichkeiten abhält.

Morgens die Mails zu checken ist für mich nicht das Problem, aber ich weiß – wenn ich erst mal den Strom an Nachrichten und Aufgaben an mich heranlasse, bin ich viel zu sehr versucht gleich zu antworten und zu arbeiten. Dabei könnte es doch gut sein, dass eine Zeit der Ruhe mit einer Tasse Kaffee oder Tee und einem guten Buch, vielleicht ja DEM Buch überhaupt, uns erst Kraft gibt, um den Tag gut zu beginnen und zu meistern.

Kaffee

Das Thema Entscheidungen im Alltag ist mir diese Woche auch noch an anderer Stelle begegnet. Ich war mal wieder in einem Supermarkt einkaufen, in dem ich sonst nicht so oft bin und habe mir dort mal das eine oder andere Neue zugelegt. Als ich heute meine Haferflocken essen wollte, musste ich feststellen, dass meine Milch fast leer war. Ein eigentlich selbstverständliches Lebensmittel hatte ich beim Anblick der großen Auswahl im Supermarkt schlichtweg vergessen. Ich habe erst gemerkt, dass ich es brauche und dass ich mich nicht genügend darum gekümmert habe, als ich es wirklich praktisch benötigte.

Okay, Milch ist nicht unverzichtbar. Gottes Nähe aber schon. Aus seiner Gegenwart können wir leben, Kraft und Weisheit für unseren Tag bekommen. Wenn wir ihn stehen lassen und den Konsum anderer Dinge vorziehen, wird er uns womöglich an irgendeiner Stelle des Tages fehlen. Den Draht können wir wieder herstellen, aber dennoch ist es leichter, wenn wir die Verbindung schon am Morgen herstellen.

Wo merkst du, dass deine Routine nur noch automatisiert und nicht für die aktuelle Situation angebracht ist?

# Manna vom 13.09.13, auch auf www.modobonum.de

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