Über das Bloggen & die Rolle der Leser

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In meiner Abschlussarbeit befasse ich mich mit Kindermedien. Da kommt der Umkehrschluss im Denken ganz von selbst, was mich eigentlich so geprägt hat und zu dem Menschen (und Blogger) gemacht hat, der ich heute bin. Ein paar Punkte, von meiner Kindheit bis heute hier als kleine Aufhänger. 🙂

What made me a blogger

  • Eine Kindheit auf dem Dorf voller Geschichten, Selbermach-Mentalität, Medienkreativität und viel Draußen-Action. Kassettenzukleben und eigene Sendungen aufnehmen, malen, basteln, filmen.

  • Die geheime Liebe zu LEGO Technik als Kind – zusammenbauen – see the parallel?

  • Tagebücherfüllen, mit Rechtschreibfehlern und ungelenken Sätzen (und dem späteren Ausselektieren, dass xy niemanden je interessieren wird. So lernt man, sich auf das Wesentliche zu beschränken … ähm.)

  • Eine Jugend mit Romanen, bei denen meist leider mehr als der gute Sprachstil hängengeblieben ist (how do I get rid of this false idea of love?).

  • Selbstzweifel und Hinterfragen von Charaktereigenschaften.

  • Viel Zeit zum Lernen und Ausfeilen.

  • Menschen, die die Autorität besitzen, Fehler zu berichtigen.

  • Weltverbesserer-Attitüde.

  • Motivation und Feedback von anderen (never underestimate that!).

  • Blogvorbilder, die mit ihrem indirekten Einfluss meine Artikel würzen.

  • Inspirierende Musik, Medien, Menschen, Gedankenblitze und Ruhe.

  • Die Worte reihen sich auf dem Papier oder der Tastatur aneinander, als würden sie hinter der Stirn eine Welle bilden und der Schwall sich durch die Finger Bahn brechen – im spontanen Gespräch fehlen mir oft die Zeit und Muße für ausgereifte Wortkonstruktionen (the paradox I sometimes don’t get).

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Was mich am Schreiben fasziniert, ist das stückweise Basteln und Zelebrieren von Worten und ihrer Aussage. Mit Worten kann man Welten erschaffen, Stimmungen erzeugen und Herzen berühren. Das Aufschreiben ermöglicht eine Ruhe zum Überlegen und Formulieren, die mir im Alltag oft fehlt. Ich kann die Inhalte, die ich schreibe, nicht so einfach und „kunstvoll“, wie ich sie gern umsetzen möchte, wiedergeben.

Deshalb bin ich aber kein anderer Mensch als der, der die Texte geschrieben hat. Es ist aber einer der Punkte, die mich hin und wieder daran zweifeln lassen, ob ich die nötige Expertise besitze, um zu bloggen. Gleichzeitig ist es eine der hilfreichsten Möglichkeiten, mich innerlich von den Texten zu lösen, um mich nicht über sie zu definieren. Ich bearbeite ein Thema innerlich, manchmal über mehrere Wochen unbewusst, bis es sich erst zu einem betitelbaren Thema herauskristallisiert. Manchmal bin ich echt beeindruckt, wie die Eindrücke ineinandergreifen und zu einem Ganzen werden. In solchen Momenten bin ich mir meist sicher, dass Gott mich in Themen hineinleitet. Ohne das jetzt zu sehr zu spiritualisieren. Das sagt nichts über die Fehleranfälligkeit meiner Worte aus. Ich greife dann diese Worte auf und beobachte, welche Gedanken sich darum bilden. Meistens muss ich diese dann bald aufschreiben, um eine Struktur hineinzubringen. Ich kann nicht alles, was geschrieben werden soll, schon im Kopf abrufen.

Oft werden Thesen erst zur konkreten Entität in meinen Gedanken, wenn ich die Worte ausdrücke, also aufschreibe. Artikel werden dann inhaltlich grob gegliedert, meist nach logischen Punkten, oft spontan. Ist der Text geschrieben, bin ich erleichtert, aber die Arbeit oder eher der spaßige Feinschliff beginnt erst dann. Wenn ich zufrieden bin und mir der Text ausgewogen und sprachlich ausgefeilt genug erscheint, geht es an die Veröffentlichung. Ich suche mir aus meinen Fotos einigermaßen passende Exemplare aus, die ich dann noch etwas bearbeite und in den Blogpost einbinde. Da ich meine Artikel in Kategorien einordne, werden dort noch Häkchen gesetzt und Schlagwörter gewählt. Und raus geht’s, in die weite Welt! Das Schreiben eines Artikels mit allem drumherum kann insofern schon mal mindestens zwei Stunden dauern, mit dem (Nebenbei-) Nachdenken über die Themen im Alltag natürlich länger.

Ich freue mich aus diesen Gründen wirklich sehr über das Feedback der Leser! Es geht mir nicht darum, dass jemand gezwungenermaßen mitlesen soll. Aber ich weiß, dass es auf vielen Blogs stille Leser gibt, die freiwillig lesen, was gepostet wird. Ganz ehrlich – es gibt für einen Blogger, der kontinuierlich schreibt und kaum Feedback bekommt, kaum einen schöneren Moment, als wenn ein stiller Leser unvermittelt schreibt oder sagt, dass ihn Worte ermutigt oder unterhalten haben!

In der letzten Zeit habe ich dieses Geschenk immer mal bekommen. Und weil ich viel Zeit und Liebe in den Blog stecke und deshalb auch öfter an seiner sinnvollen Existenz gezweifelt habe, danke ich euch auf diesem Weg ganz sehr dafür! Ich schreibe die Artikel zwar auch, um selbst zu lernen. Aber ich möchte natürlich auch, dass es geteiltes Lernen ist – und auch für mich, wenn ihr eure Erfahrungen und Sichtweisen kommentiert!

Ich habe inzwischen eine Empathie für das Empfinden anderer Blogger entwickelt, was den Wunsch nach Interaktivität und Feedback betrifft. Deshalb kommentiere ich oft und gern, wenn mich etwas begeistert oder berührt. Manchmal denke ich, den Schreiberling könnte es stören, wenn ich immer und immer wieder kommentiere. Aber ich selbst freue mich wirklich jedes Mal, wenn ich (auch von den selben Leuten) einen Kommentar oder Like sehe. Das ist meine Bezahlung. Oder besser, das ist der Nachweis für die Bezahlung. Wenn die Worte nämlich in eurem Leben etwas bewirken, neue Gedanken anregen, an Gutes erinnern, euch näher an Gottes Herz führen, dann ist das schon eine Belohnung. Davon zu hören, lässt mich aber vor Freude im Dreieck springen! 🙂 Und es ist Kraftstoff und Motivation für mich, dran zu bleiben.

In diesem Sinne Danke für euer Lesen und eure Zeit!

(Und weil ich mir sicher bin, dass ihr alle tolle Geschichten zu erzählen habt und euer Leben meistens ganz gut auf die Reihe kriegt, denke ich über eine Interviewreihe nach, wenn ich mit meiner Abschlussarbeit an der Uni fertig bin. Es hat nun mal nicht jeder einen Blog und ist so narzisstisch mitteilungsfreudig, hat aber trotzdem was zu sagen. Mal schauen, wie sich das umsetzen lässt! Habt ihr dazu Vorschläge?)

Klecks Anne

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